SBV: Schwieriges Jahr für Bauhauptgewerbe
Die Umsätze im Schweizer Bauhauptgewerbe sind 2015 gegenüber dem Vorjahr um knapp neun Prozent gesunken. Markant ist der Rückgang im Wohnungsbau. Dies geht aus der Quartalsstatistik des Schweizerischen Baumeisterverbandes (SBV) hervor.

2015 sind die Umsätze im Bauhauptgewerbe um 8,6 Prozent auf 18.4 Milliarden Franken gesunken. Der Hochbau erleidet dabei stärkere Einbussen als der Tiefbau, was vor allem auf den Wohnungsbau zurückzuführen sei, so der SBV. Verschiedene Faktoren hätten zum Rückgang geführt: Einerseits sei das Vergleichsjahr 2014 ein ausserordentlich gutes Jahr, nicht zuletzt witterungsbedingt, gewesen. Zum anderen zeigte sich 2015 die Nachfrage nach Wohnungen nicht mehr ganz so hoch. Gründe dafür sind gemäss SBV «gewisse Sättigungseffekte», wie auch eine steigende Leerwohnungsziffer zeige sowie auch die verhaltene wirtschaftliche Entwicklung. In den Berg- und Tourismusregionen hätten 2015 zudem die Effekte des Zweitwohnungsartikels voll durchgeschlagen. Mancherorts sei die Wohnbautätigkeit praktisch zum Erliegen gekommen, schreibt der Baumeisterverband.
Im vierten Quartal 2015 haben sich laut SBV die Auftragseingänge hingegen stabilisiert. Die Arbeitsvorräte per Ende 2015 lagen ebenfalls etwas höher als im Vorjahr. Auch seien die fundamentalen Faktoren für die Bauwirtschaft, vor allem das tiefe Zinsniveau und das anhaltende Bevölkerungswachstum, trotz schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeldes nach wie vor intakt, heisst es weiter. Die Abwärtsrisiken seien aber deutlich grösser als das Potential für positive Überraschungen. Insbesondere wären ein stark steigendes Zinsniveau sowie eine starke Abnahme des Bevölkerungswachstums verheerend für den Wohnungsbau. Beides scheine zum heutigen Zeitpunkt aber nicht sehr wahrscheinlich. Insgesamt geht der SBV davon aus, dass das Bauvolumen im 2016 ähnlich hoch sein wird wie im Vorjahr. (mr)