Wettbewerb für Zürcher Hardturm-Areal entschieden
Die Stadt Zürich nimmt einen neuen Anlauf, um doch noch ein Fussballstadion auf dem Hardturm-Areal zu realisieren. Der Wettbewerb für die Bebauung des stadteigenen Geländes ist entschieden. Die HRS Investment AG und Immobilienanlagegefässe der Credit Suisse konnten sich mit ihrem Projekt Ensemble gegen vier Mitbewerber durchsetzen.
Ansichten des geplanten Stadionprojekts inklusive Randbebauungen (Visualisierungen © Nightnurse Images, Zürich, im Auftrag der HRS Real Estate AG, Boltshauser Architekten, pool Architekten und Caruso St John Architekten)
Das geplante Stadion sei «sehr einfach, reduziert und dennoch raffiniert eigenständig», so die Wettbewerbsjury.
Die Pläne von HRS und CS sehen den Bau eines Fussballstadions für 18.500 Zuschauer vor sowie zwei 137 Meter hohe Wohn- und Geschäftstürme mit rund 66.000 Quadratmeter Hauptnutzfläche sowie gemeinnützigen Wohnungsbau. Das Team habe einen detaillierten und gut durchdachten Businessplan vorgelegt, erklärte Stadtrat Daniel Leupi. Die Wettbewerbsjury überzeugte ferner, dass das Stadion «sehr einfach, reduziert und dennoch raffiniert eigenständig» sei. Seine Fassade soll aus Glasbausteinen bestehen, die mit LED-Elementen bestückt einen bespielbaren Screen ergeben.
550-Millionen-CHF-Grossprojekt in Planung
Das geschätzte Investitionsvolumen für das Grossprojekt beziffert sich den Angaben zufolge auf ca. 550 Millionen CHF. Die Stadt Zürich, die weder an den Bau- noch an den Betriebskosten des Stadions beteiligt ist, stellt das rund 55.000 Quadratmeter grosse Areal im Rahmen eines langjährigen Baurechts zur Verfügung; der Baurechtzins wird bisher mit 1,1 bis 1,4 Millionen CHF veranschlagt. Das geplante Fussballstadion wird im Besitz einer bereits gegründeten Stadioneigentümergesellschaft Stadion Züri AG sein, die es schlüsselfertig an eine von GC und FCZ zu gründenden Stadionbetriebsgesellschaft vermietet. Die beiden Zürcher Fussballclubs hatten kein Stimmrecht, stehen aber hinter dem Siegerprojekt, wie es heisst.
Konkreter Baubeginn noch unklar
Die beiden Wohn- und Geschäftstürme, die von HRS erstellt und dann von den CS-Anlagegefässen erworben werden, sollen im Westen des Areals zu stehen kommen; der vorgesehene gemeinnützige Wohnungsbau (173 Einheiten, ein Kindergarten) soll in Zusammenarbeit mit der Allgemeinen Baugenossenschaft Zürich (ABZ) im Osten des Areals entstehen.
Das Siegerteam wird nun das Projekt bis zur Bewilligungsfähigkeit weiterentwickeln, einen privaten Gestaltungsplan erarbeiten und mit der Stadt die Baurechtsverträge aushandeln. Danach werden in ca. 24 Monaten der Gestaltungsplan und Baurechtsverträge dem Gemeinderat vorgelegt. Zudem kommt das Projekt voraussichtlich an die Urne. In den letzten 20 Jahren scheiterten schon mehrere Stadionprojekte; zuletzt lehnten die Stadtzürcher Stimmberechtigten ein 216-Millionen-CHF-Stadion auf Kosten der Stadt knapp ab. (bw)