Zug und Baar starten mit neuer Planung für das Unterfeld
Im Februar ist das geplante Grossprojekt Unterfeld bei einer Volksabstimmung gescheitert, nun wagen die Gemeinden Zug und Baar einen Neustart. Eine neue Grossüberbauung ist aber nicht geplant.

Im Unterfeld sollte nach den ursprünglichen Plänen von Zug und Baar ein gemischt genutztes Stadtquartier entstehen. Das Projekt hätte aus 15 Baukörpern bestanden, mit einer Grundhöhe von 25 Metern, punktuell wären Erhöhungen auf 34 bis 60 Meter möglich gewesen. Im Zentrum der Überbauung war ein grosser öffentlicher Park mit einem See geplant.
Am 12. Februar 2017 lehnten die Stimmberechtigten von Baar den Bebauungsplan Unterfeld allerdings knapp ab. Die Stadt Zug nahm ihn zwar mit einem hauchdünnen Ja-Anteil an, doch wegen des negativen Baarer Verdikts kam das Projekt nicht zustande.
Nun, drei Monate nach der Abstimmung, wollen die Behörden von Baar und Zug die Planung für das Gebiet Unterfeld neu aufnehmen. Es werde aber kein neues Grossprojekt entstehen, sondern es sollen Baufelder entwickelt werden, die sich an Strassen, Wegen und Freiräumen orientieren und die etappenweise und unabhängig überbaut werden können, teilen die Gemeinden mit.
Keine Grossüberbauung mehr
Aus Sicht der Gemeinden hätten mehrere Punkte zu dem Nein an der Urne geführt. Unter anderem habe die städtebauliche Grossform die Stimmberechtigen nicht überzeugt und die Einbindung in die Stadtstruktur habe gefehlt. Die gefühlte Dichte (grossvolumige Bauten) und die effektive Bebauungsdichte hätten nicht überein gestimmt, und es seien negative Folgen wie Zusatzverkehr, fehlende soziale Durchmischung oder anonyme Wohnsiedlung befürchtet worden.
Gemäss dem kantonalen Planungs- und Baugesetz müssen die beiden Gemeinden eine neue Planung vorlegen, sonst entfällt die allgemeine Bebauungsplanungspflicht auf dem Gemeindegebiet von Baar. Ebenso haben die Gemeinden im Sinne des Kantonalen Richtplanes zu prüfen, ob – und wenn ja in welchem Umfang – das Gebiet verdichtet werden soll.
«Wir nehmen die Kritik am abgelehnten Bebauungsplan ernst und wollen eine zielführende Lösung erarbeiten», sagt der Baarer Gemeindepräsident Andreas Hotz. Es soll insbesondere eine tragfähige, robuste Stadtstruktur für das Gebiet Unterfeld festgelegt werden. Abhängigkeiten und die Komplexität des Konzepts wolle man reduzieren.
Die effektive Vorgehensweise werde in den kommenden Wochen konkretisiert und mit den Grundeigentümern beraten, teilen die Gemeinden mit. Denkbar seien etwa Workshops und Reflexionsräume, um Ideen und Meinungen abzuholen. Bis zu den Sommerferien soll das weitere Vorgehen erarbeitet und festgelegt werden.