Nächster Schritt für SBB-Projekt Neugasse in Zürich

Der Zürcher Stadtrat hat den Masterplan für das SBB-Areal Neugasse gutgeheissen. Bei der Josefwiese soll ein neues Stadtquartier entstehen.

Das SBB-Areal Neugasse (Bild: SBB CFF FFS)

Das Areal der SBB zwischen den Gleisen und der Neugasse ist gut 30.000 qm gross, und Pläne für seine Entwicklung werden schon seit mehreren Jahren geschmiedet. Nun hat der Stadtrat dem Masterplan zugestimmt, in dem die Grundsätze für die städtebauliche Entwicklung festgelegt sind.

Dereinst sollen 900 Menschen auf dem Areal Neugasse wohnen, geplant sind insgesamt etwa 375 neue Wohnungen. Ein Drittel davon soll durch Wohnbaugenossenschaften im Baurecht erstellt und in Kostenmiete abgegeben werden. Eine 75 qm grosse Drei-Zimmer-Wohnung wird demnach pro Monat rund 1.400 CHF kosten. Ein weiteres Drittel wird laut Masterplan im preisgünstigen Segment (rund 1.850 CHF), das letzte Drittel im mittleren Marktsegment (2.450 CHF) vermietet. Daneben sind Gewerbe- und Gemeinschaftsnutzungen vorgesehen, etwa 250 Arbeitsplätze sollen geschaffen werden. Auch eine städtische Schule und ein Kindergarten sind im Masterplan festgehalten. Das heute geschlossene Areal will die SBB für die ganze Stadtbevölkerung zugänglich machen und dabei nach eigenen Angaben mit grossen Grün- und Freiräumen auch einen Beitrag zur Hitzeminderung und zur Biodiversität leisten.

Die Lokremise bleibt erhalten

Das Ensemble der Lokomotivremise G, das im Inventar der Denkmalschutzobjekte von überkommunaler Bedeutung aufgeführt ist, soll teilweise erhalten, transformiert und umgenutzt werden. In unmittelbarer Nachbarschaft liegen die Viaduktbögen mit Freizeit- und Restaurantangeboten, und auch die Anbindung zum Bahnhof Hardbrücke soll verbessert werden. Das Areal wird autoarm sein und weitgehend vom Durchgangsverkehr befreit.

Die Öffentlichkeit ist ab 2017/2018 in den Planungsprozess einbezogen worden, und die Stadt Zürich spricht vom «wohl grössten Mitwirkungsverfahren der Stadtgeschichte». Ob der Masterplan tatsächlich umgesetzt wird, entscheidet der Gemeinderat. Die entsprechende Spezialkommission berät aktuell zwei Weisungen des Stadtrats, die den Weg für die weitere Planung freimachen sollen: Einerseits geht es um eine Volksinitiative, die von der Stadt verlangt, das SBB-Areal Neugasse zu kaufen oder im Baurecht zu übernehmen; andererseits um die Kenntnisnahme eines Vertrags zwischen dem Stadtrat und der SBB, der vor allem die günstigen Mieten langfristig sichern soll.

Die SBB hat nach Angaben der Stadt Zürich klargestellt, dass sie das Areal nicht abtreten will, wie es die Volksinitiative verlangt. Sollte der Gemeinderat auf weiteren Forderungen bestehen, die über den Masterplan und den Vertrag mit der Stadt hinausgehen, werde sie das Projekt einstellen. (ah)

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