Bern: Baustart für neuen Stadtteil verzögert sich
Laut neuem Zeitplan für das Quartier Viererfeld, in dem dereinst 3.000 Menschen wohnen werden, beginnt der eigentliche Wohnungsbau zweieinhalb Jahre später als bisher gedacht. Die Planung sei innovativ und sehr komplex, sagt die Stadt zur Begründung.

Die Stadt Bern hat einen neuen Zeitplan für die Realisierung des Stadtteils Viererfeld/Mittelfeld vorgelegt. Demnach verspätet sich der frühestmögliche Baubeginn für die erste Etappe mit Mehrfamilienhäusern um zweieinhalb Jahre auf 2030.
Erschliessung von 2027 an
Erkenntnisse aus der Projektierung des Quartiers lägen dem neuen Bauablaufplan zugrunde, heisst es in einer Mitteilung. Der Baustart für die Baustellenerschliessung ist für Mitte 2027 geplant, jener für die Erschliessungsanlagen Ende 2029. Der Bau der Wohngebäude der 1. Etappe wird erst 2030 starten. Die Verzögerung habe ihren Grund «in der ambitionierten innovativen Entwicklung dieses neuen Stadtquartiers und in der hohen Komplexität der Rahmenbedingungen», formuliert die Stadt. Sie rechnet damit, dass die ersten Wohnungen von 2032 an bereitstehen. Die bisherige Terminplanung stammt aus dem Jahr 2022.
Im März 2023 ging es mit dem Grossprojekt einen grossen Schritt nach vorn, indem die Stimmberechtigten die Vorlage für die städtischen Verpflichtungskredite mit 64 % guthiessen. Im Juni 2023 stimmten sie mit rund 76 % der Abgabe von Land im Baurecht zu. Danach begannen die Projektierungsarbeiten einschliesslich der Auftragsvergabe an zusätzliche Planungsteams, der Erarbeitung der konzeptionellen Projektierungsgrundlagen und der Erstellung der Bauablaufplanung.
Klimaresiliente Lösungen angestrebt
Eines der Ziele bei der Entwicklung des Quartiers ist Klimaresilienz. Dafür sollen neue Lösungsansätze entwickelt werden, zum Beispiel beim Wassermanagement und der Retention. «Mit diesen Innovationen können wertvolle Erkenntnisse für zukunftsgerichtete Entwicklungsprojekte gewonnen werden», schreibt die Stadt. Durch die Grösse des Areals entstünden «technische Herausforderungen, da die Erschliessungsanlagen gesamthaft projektiert, aber etappiert realisiert werden müssen». Gleichzeitig zeige sich mit fortschreitender Projektierung immer klarer, «dass parallele Projektierungsphasen hohe Kostenrisiken bergen würden». Die Komplexität des Projekts mit zahlreichen Teilprojekten und Beteiligten führe «zu einem hohen Koordinationsaufwand und entsprechend höherem Zeitbedarf.» (aw)